Mobilität

Grundbedürfnis, Schlüsselindustrie, Investorenkampf um Rendite auf Kosten der Allgemeinheit - Ein Milliardenmarkt verändert sich.

Investoren und Kapital

Anzeichen für eine sich verändernde Mobilität.  Kapital von Investoren bestimmt Prozesse der Gesellschaft und deren Entwicklung.

 

Feindliche Übernahmen, mit dem Ziel das Grundbedürfnis nach gesellschaftlicher Mobilität mit eigenen Produkten zu bedienen (Autoindustrie/Ölindustrie/Reifenindustrie), gab es bereits in den USA. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden von diesen Konzernen Schienenverkehr und Straßenschienenverkehre aufgekauft, heruntergewirtschaftet oder gar zerstört, um den Bürger zum Kauf von Autos zu bewegen (Bericht US-Senat v. 1974 über General Motors - Los Angeles). Wenn heute Investoren den bestehenden Taxenmarkt aufmischen könnte man vermuten, dass zukünftig Mobilität neu gestaltet wird (Car-Sharing, Gelegenheitsverkehr (heute Taxen) ohne staatlich überwachten Fahrpreis...). Individualverkehr des Einzelnen mit eigenem Automobil  und Gelegenheitsverkehr mit Taxen neben ÖPNV ist für viele Menschen in Deutschland heute nicht anders vorstellbar. Hätten jedoch gleichhohe Investitionen im letzem Jahrhundert anstatt in den Automobilsektor in den ÖPNV (Bus, Bahn, Straßenbahn...) stattgefunden, so könnten wir heute auf einen Massenverkehr mit PKW verzichten und das zur Verfügung stehende Kapital wäre eventuell in den Bahn- und Straßenbahn und Buslinienausbau geflossen. Mobilität könnte ebenso gut anders funktionieren, wenn Investoren seinerzeit nicht den Automobilsektor vorangetrieben hätten. Investitionskapital steuert gesellschaftliche Entwicklungsprozesse, der Staat reagiert oft erst im nachhinein wenn Fehler nicht mehr korrigiert werden können. In den USA wurde General Motors zwar wegen krimineller Verschwörung 1949 bestraft, jedoch änderte dies bis heute nichts an der Macht von Öl- und Autoindustrie.

 

Konzerne haben Lobbyisten - Bürger nicht!

 

Ein gesetzlich geregelter Taxenmarkt mit dem Schutz des Fahrgastes vor überzogenen Preisen ist jedenfalls mit Investitionskapital und überzogener Gewinnerwartung nicht vereinbar. Dass Investoren bzw. Startups den Ordnungsrahmen beschießen und gleichzeitig das bestehende Gewerbe im Einklang mit dem PBefG angreifen ist wohl geplant. Nicht das heute bestehende Gewerbe ist Ziel, das lohnt nicht, sondern nur störend bei der neu zu erfindenden Mobilität für die Massen im Sinne weniger Investoren. Wahrscheinlich undenkbar, wenn zukünftig ein Massenmarkt (Individualverkehr) vom heutigem Gelegenheitsverkehr (den heutigen Taxiunternehmern mit einem oder zwei Taxen) in größerem Umfang bedient würde und die Gewinne hieraus den vielen Einzelunternehmern verblieben und dies in Verbindung mit einem schützendem Ordnungsrahmen für Anbieter und Verbraucher ohne Bereicherung von Investoren. Liberalismus steht für einen schlanken Staat, Ordnungsrahmen und Verbraucherschutz stehen einer freien Marktentwicklung im Wege. Wir, die heutigen Taxiunternehmer werden ohne staatliche Ordnung wohl bald der Vergangenheit angehören weil von Investoren verdrängt. Erst sind es möglicherweise illegale Machenschaften (z.B. Personenbeförderung ohne gesetzlich vorgeschriebenen Personenbeförderungsschein, irreführende Werbung ...), dann ist es legale Lobbyarbeit, die dem Gesetzgeber die Gesetze für unser Gewerbe neu definiert und in ihrem Sinne anpassen lassen will? Wir Taxiunternehmer haben keine Lobbyisten, die Kosten dafür sind in der Tarifkalkulation für den Taxentarif nicht vorgesehen. Wir sind abhängig von Entscheidungsträgern der Politik die sich in erster Linie dem Wohl des Bürgers verschrieben haben. Im Sinne einer preiswerten Taxifahrt bleibt zu hoffen, dass der Gesetzgeber den bestehenden Ordnungsrahmen für den Gelegenheitsverkehr mit Taxen beibehält und nicht den Marktkräften überlässt, denn am Ende zahlt der Verbraucher für nicht unbedingt notwendige Gewinnabschöpfungen über den Fahrpreis. 

 

Als Taxiunternehmer habe ich mich offensiv für den bezahlbaren Mindestlohn und insbesondere für den Fiskaltaxameter (unmanipulierbare Umsatzerlöse) eingesetzt. Endlich kommt unser Gewerbe raus aus der Schmuddelecke und der ehrliche Unternehmer steht nicht mehr mit schwarzen Schafen im Wettbewerb. Heute ist mir klar, dass ein ordentliches Gewerbe wohl nicht mehr uns gehören wird.

 

Eventuell lässt sich der Begriff Neoliberalismus am Beispiel Taxenmarkt mit Ordnungsrahmen und Taxenmarkt ohne Ordnungsrahmen und die daraus resultierenden Folgen später gut erklären.

 

Strukturwandel im Taxengewerbe

 

Taxi für Jedermann zu jeder Zeit an jedem Ort ist in Frage gestellt. Eine sich verändernde Nachfrage durch eine alternde Bevölkerung und neue Mobilitätskonzepte für die Zukunft bewirken stetige Veränderungen im Taxengewerbe. Technischer Fortschritt durch Einführung eines Fiskaltaxameter (Registrierkassenfunktion), bevorstehende Preisanpassung wegen des gesetzlichen Mindestlohnes und Investoren, die den Mobilitätsmarkt zur Gewinnabschöpfung auf Kosten der Gesellschaft neu definieren und diktieren wollen sind an einer feindlichen Übernahme interessiert. Der bestehende gesetzliche Ordnungsrahmen, der vom Gesetzgeber im Sinne einer bezahlbaren Personenbeförderung definiert wurde wird von Investoren in Frage gestellt und Gesetzgeber sowie Politiker als rückständig bezeichnet, die an einem seit Jahrhunderten gewachsenem Ordnungsrahmen festhalten. Marktradikale sind der Auffassung, dass dem Allgemeinwohl am besten gedient ist, wenn jeder seine Eigeninteressen vertritt. Frei nach dem Motto: "Eigenverantwortung vor gemeinschaftlicher Verantwortung".  Wir wissen, dass nur ein staatlicher Ordnungsrahmen den Taxenverkehr im Sinne des Bürgers regeln kann. Mobilität ist ein Grundbedürfnis der Gesellschaft, das Taxi als Teil einer "Beförderungskette" sollte nicht gewinnmaximierend vermarktet werden, sondern weiter staatlich überwacht und für Jedermann zu jeder Zeit an jedem Ort bezahlbar bleiben!

 

Auf einen Blick 

 

Fiskaltaxameter - ab 2017 werden Umsatzerlöse durch technisch veränderte Taxameter vollständig und ohne Möglichkeit einer Manipulation durch den Unternehmer aufgezeichnet.
Einführung eines gesetzlichen Mindestlohn, der derzeit über den üblichen Lohnkosten liegt.
Feindliche Übernahmen durch Investoren als Antwort auf Mobilitätskonzepte der Zukunft.
Angriff auf den bestehenden Ordnungsrahmen.

 

Fiskaltaxameter - ein Gewerbe wird aus der Grauzone gezogen

 

Im Interesse des zahlenden Fahrgastes, des ordentlichen Fahrers, des ehrlichen Unternehmers und der Allgemeinheit soll mit einer gesicherten Aufzeichnung der Umsatzerlöse und deren Speicherung dafür gesorgt werden, dass die Einnahmen des Taxengewerbes ordnungsgemäß versteuert werden. Nur auf diese Weise können Preise (Taxitarife) im Sinne von Fahrgästen und Unternehmern ordentlich kalkuliert werden. In der Vergangenheit wurden Schwarzlöhne und Umsatzerlöse von Gutachtern geschätzt, um so die Funktionsfähigkeit des behördlich überwachten Taxengewerbe zu gewährleisten. Taxiunternehmen stehen unter Generalverdacht, mancherorts nicht ganz unbegründet. Jedoch ist es nicht immer die Gier des Unternehmers, oftmals sind es unzureichende Taxentarife und die damit zusammenhängenden zu niedrigen Umsatzerlöse, die Unternehmer in die Illegalität treiben. Einerseits darf die Taxifahrt nicht zum Luxus werden, andererseits müssen die Unternehmen ihr eingesetztes Kapital ausreichend verzinst bekommen damit diese von Gewinnen leben können.

 

Taxiunternehmen sollten den Fiskaltaxameter mehr als Segen und weniger als Fluch begreifen. Vielerorts haben Genehmigungsbehörden verstanden, dass zur gesetzlich geforderten Funktionsfähigkeit eines Taxenmarktes auch ausreichende Tarife gehören und Arbeitskreise gebildet. 

 

Mindestlohn

 

Betriebswirtschaftliche Probleme bereitet dem Taxengewerbe der gesetzliche Mindestlohn ab 2015. Steigende Lohnkosten können von den Unternehmen nicht auf die Fahrpreise umgelegt werden, da diese einer Tarifpflicht unterliegen und von den zuständigen Gemeindeverwaltungen festgeschrieben werden. Gleichzeitig können Fahrpreise nicht in erforderlichem Umfang angepasst werden, da es zu Nachfrageeinbrüchen kommen würde. Eine Betriebspflicht und die damit verbundene Bereitstellung von Taxen zu Zeiten geringer Nachfrage wird zukünftig mit Mindestlohn schwerlich zu erfüllen sein. Heute werden vielerorts die Fahrer an den Umsätzen beteiligt, so dass ein Fahrer mit ausreichend Motivation an ordentlichen Umsatzerlösen interessiert ist. Mit Mindestlohn in Form von Stundenlohn wird die Motivation des Fahrers nicht mehr die gleiche sein wie in der Vergangenheit. Vielerorts werden Unternehmer aufgrund betriebswirtschaftlicher Erfordernisse Konzessionen still legen, bzw. die Taxen nicht mehr zu jeder Tages- und Nachtzeit bereitstellen können, da die hierfür notwendigen Umsatzerlöse nicht mit den heutigen Taxitarifen erwirtschaftet werden können.

 

Share Economy - die dummen Kälber wählen ihren Metzger selber

Disruption

 

Der bisher wahrscheinlich beste Bericht zu diesem Thema erschien bei SPIEGEL ONLINE am 03.09.2014 - S.P.O.N.- Die Mensch-Maschine: Auf dem Weg in die Dumpinghölle - eine Kolumne von Sascha Lobo

Zitat: "Die meisten fortschrittsoptimistischen Leute sind so lange für neue digitale Geschäftsmodelle, bis ihr eigener Job durch eine 99-Cent App ersetzbar wird".

 

Zitat: "Disruption ist in der digitalen Geschäftswelt eine Art magisches Wort. Es bedeutet, Märkte in ihrer gegenwärtigen Form zu zerstören, um sie anders, neuer, billiger - wieder aufzubauen"

 

Zitat: "Die Firma Uber gilt als Musterbeispiel der offenen Disruption"

 

Taxifahrer klären die vierte Gewalt auf

Der neue Kapitalismus und seine Presse

11. Juni 2014 - das "primitive" Taxengewerbe enttarnt weltweit den Begriff Share Economy und die dahinter stehenden "Gewinnabschöpfer" - vielen Journalisten wird die fehlerhafte Wortwahl erst nach einiger Recherche bewusst.

 

Am selben Tag gehen auf der ganzen Welt Taxiunternehmer und Fahrer auf die Straße und protestieren für einen fairen Wettbewerb gegenüber "Uber" und weitere "Startups", die den Taxenmarkt übernehmen wollen. Die Presse kommentiert die Aktion überwiegend im Sinne dieser neuen Marktteilnehmer und betitelt die seit Jahrhunderten gewachsenen und regelmäßig den Erfordernissen der Gesellschaft angepassten und kontrollierten Unternehmen als "old fashionend, monopolartig, Kartellartig, steif - mit überhöhten Preisen und unfreundlichem Fahrern, gleichzeitig lässt sich Berlins regierender Bürgermeister Woreweit zur Werbefigur der Firma Uber degradieren und präsentiert sich öffentlich mit "I love Uber" Brille. 

 

Mittlerweile haben Journalisten erkannt - natürlich gibt es auch Ausnahmen - dass eine kostenfreie App, die private Chauffeure als Alternative zum Taxi vermittelt und sich dafür gut bezahlen lässt lediglich sämtliche Errungenschaften der sozialen Gesetzgebung außer Kraft setzt und von Teilen im Sinne des Share Economy - Gedankens nicht die Rede sein kann. Spätestens wenn auch andere Gewerbe von solchen Innovationen betroffen sind - und da kann ich mir noch einiges vorstellen - werden auch die Befürworter dem Taxengewerbe für dessen weltweiten Widerstand dankbar sein.

 

  • viele unkontrollierte private Fahrer, private Handwerker, Häuslebauer, Reifenwechsler, Hausmeister, Altenpfleger, Putzhilfen...

 

  • keinen Versicherungsschutz für Fahrgäste, Patienten...

 

  • keine Steuereinahmen aus Gewerbebetrieb oder Arbeitseinkommen für den Staat

 

  • keine Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung für die Fahrer, Handwerker, Reifenwechsler, Putzhilfen...

 

  • kein Mindestlohn bei "privater Nachbarschaftshilfe" (Share Economy)

 

Gezielte Meinungsbildung durch Wortwahl?

 

Möglicherweise beispielhaft für einseitige Berichterstattung ist der Artikel in der Frankfurter Allgemeine Wirtschaft - Online Ausgabe vom 06.09.2014 von Lisa Nienhaus (Angriff auf das Taxi-Kartell). Hier wird für den Leser, der eine objektive Berichterstattung in der Fachsparte Wirtschaft erwartet deutlich, Berichterstatter können mit geschickter Wortwahl ein bestimmtes Bild für den Leser bereits in der Überschrift erzeugen. Wer bereits in der Überschrift einer Wirtschaftsausgabe ein staatlich überwachtes Gewerbe mit strengen Ordnungsvorschriften (Das Taxigewerbe - Teil des ÖPNV) als Kartell bezeichnet, hat möglicherweise entweder einen fehlerhaften Begriff in diesem Zusammenhang verwendet oder ist wahrscheinlich auf gezielte Meinungsmache aus. Nach Wikipedia ist der Begriff  Kartell ein mehrdeutiger Begriff, der in der Regel einen Zusammenschluss oder eine Vereinbarung zwischen Konkurrenten bezeichnet, aber – davon abgeleitet – auch abwertend für organisierte Kriminalität steht. Da die Hauptpflichten aller Taxiunternehmen vom Gesetzgeber vorgeschrieben und streng überwacht werden - Beförderungsplicht zu jeder Zeit an jedem Ort innerhalb des Pflichtfahrgebiet, Betriebspflicht Tag und Nacht und Tarifplicht (behördlich festgelegter Fahrpreis anhand eines jährlich vom Eichamt geprüften Taxameter) kann dies objektiv gesehen nicht als Kartell bezeichnen. Ich kenne jedenfalls kein Kartell in Deutschland, dem die Fahrpreise, die Geschäftszeiten und die Auftragsannahme behördlich vorgeschrieben sind - es sei denn, Medienvertreter einer Wirtschaftsausgabe sehen die zuständige Genehmigungsbehörde einer Gemeinde als Teil dieses Kartells. 

 

Als absurd wird in Zeit von Navigationsgeräten eine Ortskenntnisprüfung der Taxifahrer durch Genehmigungsbehörden bezeichnet, für uns ist dies der Unterschied zwischen Profis und Amateuren und dient der Qualitätssicherung. Mangelnde Qualität des Taxengewerbe wird in gleichen Atemzug dem Gewerbe vorgeworfen. Schließlich wird in diesem Artikel dem Taxengewerbe als Alternative zu echter Konkurrenz die Bewertungsmöglichkeit des Fahrers durch den Fahrgast - wie bei Uber - per App als gute Form der Qualitätssicherung empfohlen. Sehr geehrte Damen und Herren von der FAZ, diese Form der Qualitätssicherung gibt es bereits! Bundesweit und in vielen anderen Orten auf der Welt! Die Taxi Bestellapp. MYTAXI von Mercedes Benz mit dem Werbeslogan "Bestellen, bezahlen, bewerten. Das ist mytaxi - Die Taxi-App"

 

10 Mio. Nutzer, 45.000 Taxis. (Stand 2014)

 

Einseitige Berichterstattung oder das Versagen der "vierten Gewalt"?

 

FAZ Wirtschaft - vom 06.09.2014 - Angriff auf das deutsche Taxi-Kartell / Zitat: " Uber attacktiert das deutsche Taxi-Kartell und schafft einen Markt, wo vorher keiner war: in der Grauzone zwischen Freundschaftsdienst und Geschäft. Endlich passiert mal was im alten Kapitalismus!"

 

FAZ  Wirtschaft vom 18.09.2014 - Uber ringt San Franciscos Taxis nieder / Zitat: "In Amerika tritt ein, wovor sich deutsche Taxifahrer noch fürchten: Uber ringt ihnen viele Kunden ab. In den vergangenen Monaten fuhren zwei Drittel weniger Personen mit dem Taxidurch San Francisco".

 

Was nun FAZ? Die "dummen Marktteilnehmer des alten Kapitalismus - die heutigen Taxifahrer und deren Unternehmer" wissen, dass kein neuer Martk durch Unber entsteht, wo vorher keiner war. Es ist eine feindliche Übernahme oder Disruption des Taxenmarktes (Märkte in ihrer gegenwärtigen Form zu zerstören. Um sie  - anders, neuer, billiger - wieder aufzubauen) durch den MONOPOLISTEN VON MORGEN (Uber?), der weder eine staatlich überwachte Betriebs und Beförderungspflicht (Taxiversorgung jederzeit und überall), noch staatlich vorgegebene Fahrpreise (bezahlbar für den Fahrgast) zu beachten hat und dessen Fahrer wunschgemäß einiger Journalisten keine Gesundheitsprüfung benötigen und das Navigationsgerät die Ortskenntnis ersetzen soll. Fahrer, die weder sozial abgesichert sind und keine Steuern an den Staat abführen für die Arbeit als Taxifahrer. Ein Heer von selbst fahrenden Unternehmern?

 

Ausgebeutete Amateure sollen den Taxenverkehr mit ihrem privatem PKW ersetzen, innerhalb einer Grauzone zwischen privater Hilfe und Schwarzarbeit und ohne behördliche Überwachung.

 

Die Preise im Taxengewerbe können nicht mehr gedrückt werden, hierfür ist beim Taxi kein Spielraum vorhanden. Die Folge nach Willen einiger Berichterstatter ist die Abschaffung des Taxenverkehr!

 

Ordnungsvorschriften im Sinne eines  Grundbedürfnis

 

Bereits 1642 entstanden die ersten Ordungsvorschriften für das Taxen- bzw. Lohnkutschergewerbe. Personenbeförderung wurde bereits in dieser Zeit als Bedürfnis erwünscht wahrgenommen. Die Zerstörung dieses über Jahrhunderte gewachsenen Ordnungsrahmen im Sinne von Investoren und zu Lasten der Gesellschaft kann nur dann gelingen, wenn Gesetzgeber, Politiker und die Presse das Meinungsbild der Gesellschaft geschickt manipulieren. 

 

Taxifahrpreise des alten Kapitalismus (Heute)

  • sind behördlich festgeschrieben, von Genehmigunsbehörden, Verkehrsverbänden und der Industrie- und Handelskammer im Sinne einer preiswerten Personenbeförderung - jederzeit und überall - geprüft.

 

  • die Funktionsfähigkeit des Taxengewerbe soll sichergestellt werden - der Fahrpreis wird anhand der Kostensituation zuzüglich eines zur Sicherung der persönlichen Lebenshaltung notwendigen Gewinnzuschlages für den Fuhrunternehmer vorgeschrieben.

 

Taxifahrpreise der Zukunft mit "App-Monopolist"

  • höhere Preise durch Gewinnmaximierung eines App-Anbieter

 

  • keine gesetzliche Tarif-, Betriebs- und Beförderungspflicht

 

  • ein Heer von rechtlosen "App- hängigen" Fahrern ohne Ortskenntnisprüfung, ohne Gesundheitsprüfung, ohne zusätzliche technische Fahrzeugprüfung und eventuell ohne Absicherung der Fahrgäste im Falle eines Unfalls.

Mehr Wettbewerb in einem staatlich reguliertem Gewerbe bedeutet nicht zwangsläufig sinkende Preise und höhere Qualität, ist erst einmal der ruinierende Wettbewerb vorbei und es etabliert sich ein "App-Monopolist" werden die Mehrkosten auf den Fahrgast abgewälzt. Nicht immer kann die Abschaffung seit Jahrhunderten im Sinne der Gesellschaft gewachsener Strukturen ("alter Kapitalismus" nach der FAZ) als förderlich für die Gesellschaft betrachtet werden. Leider ist es oft Investorenkapital, das nichts unversucht lässt, um gesellschaftliche Entwicklungsprozesse zu bestimmen. Sei es durch die Manipulation von Medien, Lobbyisten oder Meinungsmache anhand einer - in Ausnahmefällen - korrupten vierten Gewalt?

Motto der neuen Welt (App-Welt) - Anarchie?

Zitat - The Wall Street Journal. Deutschland Chef Uber vom 17.09.14: "Das Recht müsse an neue Zeiten angepasst werden - so lange bis Uber nicht mehr über dem Gesetz steht"

Fazit

Mehr als 200.000 Menschen sichert in Deutschland der Taxenmarkt Arbeitsplatz und Existenz. 92.000 Taxen und Mietwagen und mehr als 36.000 Unternehmen mit über 700 Taxizentralen. Täglich sind kranke und behinderte Menschen auf eine aufgewertete Dienstleistung der Fahrer angewiesen, die ohne Entgelt von der Haustür bis ins Taxi und zur Arztpraxis begleitende Hilfe leisten. Als Kofferträger vom Krankenbett bis zur Wohnung. All diese freiwilligen Zusatzleistungen sind im preisreduzierten Tarif für Krankenbeförderung nicht inbegriffen, dennoch kenne ich keinen Fahrer, der diese Hilfe ablehnen würde. 

 

Oftmals arbeiten die selbstfahrenden Unternehmer mehr als 60 Stunden in der Woche und verzichten auf Feiertage und angemessenen Urlaub. Für viel mehr Qualität mit noch besserem Fuhrpark und besser bezahltem Personal gibt es keinen finanziellen Spielraum. Die Frage weshalb wir unseren Job dennoch lieben ist schnell beantwortet: 

 

  • gefühlte Freiheit für den selbständig arbeitenden Fahrer 

 

  • vom Fabrikarbeiter zum Unternehmer - ein gesteigertes Selbstwertgefühl!

 

  • Beispiellose Integration ohne Hilfe von Außen. 

 

  • Freude am Umgang mit Menschen - jeder Arbeitstag / Nachtschicht wird zum Abenteuer.

 

  • Freude am Fuhrpark 

 

Das Versagen der "vierten Gewalt" - einseitige Berichterstattung ist Manipulation

 

Wenn jemand, der VWL und Politikwissenschaft studiert hat, mit dem Ludwig-Erhard-Förderpreis für Wirtschaftspublizistik ausgezeichnet wurde, von einem "Taxi-Kartell" spricht und sich scheinbar darüber freut, dass endlich mal was im alten Kapitalismus passiert, dann fehlt mir hierfür das Verständnis. Die feindliche Übernahme des Taxenmarktes durch einen App-Anbieter im Sinne der Share Economy, der sich eine große Scheibe des Marktumsatzes auf Kosten von Fahrgästen und Unternehmern abschneiden will wird die Gesellschaft zahlen.
Taxifahrer werden oft der oberen Unterschicht zugerechnet und der selbstfahrende Unternehmer der Arbeiterklasse. Taxifahrer und Unternehmer sind auch nicht die typischen Leser der FAZ und als Wählerklientel sicherlich nicht von Bedeutung. Die vierte Gewalt sollte hier besser recherchieren bevor sie 200.000 sehr hart arbeitende Bürger Raubtierkapitalisten vorwirft - das ist unsozial und nach Studium des Personenbefördeungsgesetzes wäre dem Journalisten auch klar, dass der Fahrgast im neuem Kapitalismus draufzahlt, da das PBefG keine Gewinnspanne für außenstehende Investoren vorsieht.

 

 

Die perfekte Marketingstrategie

 

Für ein junges Unternehmen (App-Anbieter) kann ich mir keine bessere Marketingstrategie vorstellen. Weltweiter Bekanntheitsgrad innerhalb kürzester Zeit. Respekt! - die Strategie von Uber wird es sicherlich bis in den Schulunterricht schaffen und einige Artikel zum Thema - Einfluss der Presse auf die öffentliche Meinung ebenso.

 

Geschrieben von Dirk Schwartz (Taxiunternehmer)

 

Share economy Share economy auf Kosten der Arbeit.
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